Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse?
Die Psychotherapie gehört in Deutschland zu den Leistungen, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen
übernommen werden, wenn es sich um eine medizinisch erforderliche Maßnahme handelt. Psychotherapie ist also
genehmigungspflichtig, soweit sie über eine bestimmte Anzahl (in der Regel 5) sogenannter probatorischer Sitzungen
hinaus weitergeführt werden soll.
Die dafür entscheidenden gesetzlichen Bestimmungen (Psychotherapierichtlinien) werden durch den Gemein­samen
Bundes­aus­schuss (G-BA) festgelegt und können unter folgendem Link: www.g-ba.de/informationen/richtlinien/20/
eingesehen werden.
Auszug daraus (Fassung vom 18. April 2013):
§1 …
(2)Psychotherapie ist keine Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung und gehört nicht zur vertragsärztlichen Versorgung, wenn sie nicht
dazu dient, eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern.
Dies gilt ebenso für Maßnahmen, die ausschließlich zur beruflichen Anpassung oder zur Berufsförderung bestimmt sind, für Erziehungsberatung,
Sexualberatung, körperbezogene Therapieverfahren, darstellende Gestaltungstherapie sowie heilpädagogische oder ähnliche Maßnahmen.
(4) Psychotherapieverfahren, -methoden und -techniken, die den in den §§ 1 bis 11 genannten Erfordernissen nicht entsprechen, oder therapeutisch
nicht hinreichend erprobt und wissenschaftlich begründet wurden, sind nicht Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung.
In diesen Richtlinien werden die anerkannten Therapiemethoden auch zusammenfassend beschrieben. Dazu findet sich
auch eine umfassende Information unter http://de.wikipedia.org/wiki/Probatorik

Ob eine vorgesehene Psychotherapie den Richtlinien entspricht, wird in einem besonderen Antragsverfahren geprüft.
Nähere Ausführungen dazu auf der Seite „Antragstellung“ meiner Homepage.
Ergänzende Hinweise dazu aus meiner Erfahrung: Bei den privaten Krankenversicherungen gibt es unterschiedliche
Regelungen, welche Therapiemethoden akzeptiert werden. Einige Kassen übernehmen uneingeschränkt oder nach
einer gewissen Wartezeit nach Aufnahme des Mitglieds die Psychotherapiekosten, andere zahlen pro Jahr eine
maximale Anzahl von Sitzungen.

Beamte sind in der Regel gleichzeitig über die Beihilfestelle der Regierungsbehörde und eine zusätzliche private Kasse
versichert, welche sich dann die Kosten teilen.
In den meisten Fällen ist eine diesbezügliche Anfrage des Patienten bei seiner Privatversicherung ratsam - auch im
Hinblick auf die berufliche Qualifikation des gewünschten Behandlers. Die Versicherung sollte dann auch mitteilen, ob
und in welcher Form ein spezieller Antrag bzw. Bericht durch den Therapeuten erforderlich ist.

Eine Lebenskrise, ein Partnerschaftskonflikt oder ein Mobbing am Arbeitsplatz an sich können zwar extrem belastende
und überfordernde Umstände sein, rechtfertigen aber - solange keine krankhafte seelische oder körperliche bzw.
psychosomatische Veränderung festgestellt werden kann - keine Psychotherapie zu Lasten der Solidargemeinschaft.
Eine Beratung oder längerfristige fachkundige Begleitung oder Supervision, sinnvolle ergänzende und vor allem
vorbeugende diagnostische Maßnahmen in diesen Fällen ist von demjenigen, der die Leistung in Anspruch nimmt,
selbst zu finanzieren.